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Warum „mal schnell ein Video“ keine Videostrategie ist

Marcel Wehn bei einem Online-Seminar zur strategischen Videokommunikation und Social-Media-Videoproduktion

21. Aug. 2026

Warum erfolgreiche Videokommunikation langfristige Planung, Kontinuität, Freiräume und die richtigen Ressourcen braucht

Diese Woche durfte ich Elisa, Emma, Marie, Sarah und Björn vier Tage lang bei der Entwicklung einer Social-Media-Videostrategie für ihr Unternehmen begleiten.

Im Seminar „Videocontent für Social Media strategisch planen und einsetzen“ an der Deutschen Presseakademie der Quadriga sind wir praktisch alle wesentlichen Fragen einer Bewegtbildstrategie durchgegangen:


Was ist überhaupt das Ziel des Einsatzes von Videocontent?

Was kann Videokommunikation viel besser als andere Kommunikationsformen?

Wer ist meine echte Zielgruppe und welche Probleme löse ich für sie – also nicht einfach nur „alle unsere Kunden“?

Welche Inhalte dienen meiner Zielgruppe in Form eines wirksamen Help-Contents?

Was braucht gutes Geschichtenerzählen auf Social Media und wie fokussiere ich meine Inhalte?


Wann Videostrategie nicht funktioniert

An diesen vier Tagen haben wir auch viel darüber gesprochen, wann und warum Videostrategie NICHT funktioniert. Folgende Erfahrungen haben sich dabei verdichtet:


Fehlende Kommunikation untereinander

Kommunikator:innen bekommen gar nicht oder viel zu spät mitgeteilt, welches langfristig die Ziele sind, die über Videocontent kommuniziert werden sollen.


Ad-hoc statt langfristiger Planung


Auf Zuruf sollen Kommunikator:innen „mal schnell“ ein Video drehen, wenn gerade eins gebraucht wird. Es wird nicht ausreichend Zeit gelassen für die organisatorische Vorbereitung, für inhaltlich notwendige Vorgespräche mit den Protagonist:innen oder für einen Locationcheck am Drehort.


Schlicht zu wenig Content

Bei Zielgruppen kann kaum Aufmerksamkeit, Vertrauen oder eine Entscheidung entstehen, wenn nur mal ab und an ein Video gepostet wird. Eine Strategie ist ein langfristiger Prozess in vielen einzelnen Sendephasen. Vertrauen baue ich durch einen stetigen Kontakt auf, nicht durch zugespitzte Botschaften alle paar Wochen oder Monate.


Unrealistische Zeitpläne

Wie lange dauert es, ein 60-Sekunden-Reel zu konzipieren, den Dreh durchzuführen, zu schneiden, den Inhalt zu proofen und das Posting auf den verschiedenen Kanälen vorzubereiten?

Jeder, der diesen Prozess einmal selbst durchlaufen hat, weiß, dass viele Stunden oder Tage in die Produktion eines Reels fließen können. Viele Reels bedeuten eine entsprechende Multiplikation dieses Zeitaufwands.


Was erfolgreiche Videokommunikation braucht

Es gibt berührende wie lehrreiche Beispiele deutscher Unternehmen, wie Videos ein wirksamer Bestandteil der Kommunikation werden. Kriterien, die dazu führen, sind:


Kontinuität

Kommuniziert, wie euch der Schnabel gewachsen ist. Nicht alles proofen, nicht jedes Wort überprüfen, sondern raus damit. 2–3 Reels in der Woche sind ein guter Start in die strategische Videokommunikation.


Zuhören

Es gibt unzählige theoretische Datensätze über Zielgruppen. Ein echtes Gespräch mit nur einem ihrer Mitglieder an einem Nachmittag im Café kann dagegen mehr Erkenntnisse und Wissen über Bedürfnisse bringen als wochenlange Mutmaßungen darüber, was „die Zielgruppe“ will.


Freiheit und Mut

Lasst euren Kommunikator:innen viel Raum für ehrliche, unperfekte und spielerische Kommunikation. Weniger Angst führt zu mehr Leidenschaft.


Ressourcen

Der Zeit- und Personalaufwand für die Produktion von Videocontent ist bekannt und messbar. Wer die Produktion von Videocontent ernst nimmt, muss die nötigen Ressourcen freimachen.

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