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Ein Hells Angel unter Brüdern
Dokumentarfilm, Deutschland 2015 | 90 min
![Wim Wenders in der Staatsbibliothek zu Berlin In einer Szene aus dem 52-minütigen TV-Dokumentarfilm „Wim Wenders - Der ewig Suchende]“ begleitet die Kamera Wim Wenders bei einem Rundgang durch die Staatsbibliothek zu Berlin, während Wenders das Hauptinterview zum Film gibt.](https://static.wixstatic.com/media/158643_5b5ba97e66fc4bb9860db494dedb5c59~mv2.jpg/v1/fill/w_980,h_548,al_c,q_85,usm_0.66_1.00_0.01,enc_avif,quality_auto/WimWendersDerEwigSuchende_2025_Still01_c_MarcelWehn_ARTE_MQ.jpg)
Lutz Schelhorn ist Fotograf und Präsident der Hells Angels Stuttgart. "Unter Brüdern begibt sich mit ihm auf die Reise zwischen Mythos und Wirklichkeit und beschreibt den ungewöhnlichen und ambivalenten Lebensweg Schelhorns als Künstler und Rocker.
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Synopsis.
Lutz Schelhorn war schon als Jugendlicher ein Rebell. In den 70er Jahren lehnte er sich gegen die schwäbische Bürgerlichkeit auf und wurde erst Rocker und später Hells Angel. Für Lutz standen Motorradfahren, Brüderlichkeit und die "Suche nach Freiheit" im Mittelpunkt.
30 Jahre später hat sich das Bild der Hells Angels verändert: Der Mythos der Rebellen wurde ersetzt durch ein fatales Öffentlichkeitsbild: Die Medien bringen die Angels meist mit Waffen, Drogen und Menschenhandel in Verbindung. Lutz, der sein Geld als Fotograf verdient, will gegen dieses Bild angehen. Er beginnt die Arbeit an einem großen Fotoband, der den Menschen hinter den Angels-Kutten wieder ein Gesicht geben soll.
Der Film begleitet Lutz auf dieser Fotoreise und öffnet damit Türen zu der sonst verschlossenen Welt des legendären Motorradclubs. Gleichzeitig stellt er die Frage, woher das negative Bild der Angels kommt und wer dafür die Verantwortung trägt.
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Filmstills.

Nick Cave im Interview über Wim Wenders © 2025 Marcel Wehn, ZDF/ARTE

Wim & Donata Wenders bei der Verleihung des Europäischen Filmpreise © 2025 Marcel Wehn, ZDF/ARTE

New York Sequenz zur Entstehung des Films "Reverse Angle" © 2025 Lisa Rinzler

Nick Cave im Interview über Wim Wenders © 2025 Marcel Wehn, ZDF/ARTE
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Cast.
Mit
Lutz Schelhorn, Kuno Kruse, Willi Pietsch, Michael Karthal, Danny und Susanna Schelhorn, Kalli, Uli, Jakk, u.a.
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Presse.
Pressestimmen
Die Skandal-Doku des Jahres
Bild.de
Marcel Wehns Blick hinter die Kulissen ist (..) eine eindrucksvolle Überprüfung von Mythos und Wahrheit geworden, die die Vorurteile der Öffentlichkeit ebenso auf die Probe stellt wie die Ideologie und Rechtfertigungen der Hells Angels.
Sueddeutsche Zeitung
Erst hinter den Fragen, in den Zwischenräumen und Brüchen des mosaikhaften Porträts bringt der genaue Beobachter Wehn etwas zum Vorschein: ein richtiges, beinahe möchte man sagen, ein wahres Bild des Hells Angels oder zumindest des besonderen Angels Lutz Schelhorn
epd Film
Herausgekommen ist ein Film, der anders ist, als man es erwartet - und deshalb so umstritten ist."
Stern.de
"Ein Hells Angel unter Brüdern" regt definitiv zum Nachdenken an.
LIFT
"Was Wehn zeigt, ist wenig spektakulär. Und gerade deshalb so ungewöhnlich."
TV Spielfilm
Ein einmaliger Blick in eine verborgene Gesellschaft.
SWR2
Dass "Ein Hells Angel unter Brüdern" nicht zu einer Promo-Plattform für den Verein und seine Mitglieder wird, (..) ist der akribischen Arbeit des Regisseurs zu verdanken, der es schafft, die Protagonisten (..) zu ihren fragwürdigen Einstellungen zu Waffengewalt und Gerechtigkeit zu konfrontieren, ohne ihre Aussage in gewohnter Schlagzeilenform präsentieren zu müssen.
Indiekino Berlin
Regisseur Wehn weiß, was es für einen guten Film braucht: Zeit und Vertrauen.
fluter.de
Großes Kompliment, Herr Wehn. Ihnen ist mit "Ein Hells Angel unter Brüdern" eine wirklich bemerkenswert gute Dokumentation gelungen. Vor allem haben Sie es hervorragend geschafft, ausgewogen über eine mit zahlreichen Vorurteilen belegte und mir völlig fremde Welt zu berichten.
Juiced
Ein Blick auf die Menschen, die sonst erheblichen Aufwand betreiben, um Öffentlichkeit zu verhindern das macht den Film sehenswert.
Zitty
Ein Blick hinter die Kulissen ohne zu urteilen.
Moritz Stadtmagazin
Der Film erlaubt (..) einen ungewöhnlich nahen, persönlichen Blick in die Welt des berüchtigten Motorradclubs.
Prisma
Marcel Wehns spielfilmlanger Dokumentarfilm "Ein Hells Angel unter Brüdern" feierte im vergangenen Jahr auf Festivals und im Programmkino einige Erfolge, spaltet jedoch die Kritik wie kaum je eine andere deutsche Doku.
Der Weserkurier
Wehn versteht sein Handwerk und liefert eine immer spannende, vielschichtige Doku ab, die geschickt mit dem Wechsel von Nähe und Distanz jongliert und atmosphärisch dicht das Mit-, Neben- und Gegeneinander von Rockern und dem Rest der Gesellschaft aufzeichnet.
motorradonline
Hintergründe und Motive aus dem innersten einer regionalen Hells-Angels-Gruppe wurden wohl noch nie derart intensiv und vorurteilsfrei beleuchtet. Man muss das alles nicht verstehen - aber vielleicht schafft es mancher jetzt, das Phänomen ein Stück weit zu tolerieren. Wie immer, wenn es um die unbequemen Strukturen am Rande unserer Gesellschaft geht, empfiehlt sich die differenzierte Auseinandersetzung mehr als die Abgrenzung.
teleschau
Regiekommentar
Von Lutz Schelhorn lese ich das erste Mal in der Zeitung. Er ist Präsident der Stuttgarter Hells Angels und Fotograf. Seine Fotoprojekte beschäftigen sich unter anderem mit Behinderten oder Drogensüchtigen und wurden vielfach ausgezeichnet. Mein Bild eines Hells Angel war bisher das eines bulligen, finsteren Typen mit einer eklatanten Neigung zu Gewalt und Kriminalität. Lutz entsprach diesem Bild in keiner Weise. Diesen Unterschied fassbar zu machen, war die Grundidee dieses Dokumentarfilms.
Das Filmprojekt polarisierte von Anfang an: Die Reaktionen bewegten sich zwischen großer Faszination an einem Einblick in diese sagenumwobene Welt und grundsätzlichen Bedenken, "diesen Kriminellen" durch den Film eine Plattform zu bieten.
Während der Dreharbeiten musste ich meine eigenen Vorurteile gegenüber den Hells Angels ständig überdenken: Je mehr Einblicke mir Lutz Schelhorn in das Leben seiner Brüder ermöglichte, desto mehr zeigte sich, wie verschieden diese Männer sogar untereinander sind. Einiges habe ich durch die gemeinsame Zeit besser verstanden, vieles kann ich aber bis heute auch nicht nachvollziehen.
Marcel Wehn
(2014)
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Crew.
Buch un Regie:
Marcel Wehn
Kamera:
Katharina Bühler, Markus Nestroy, Daniel Möller
Montage:
Catrin Vogt
Ton:
Oliver Stahn, Hannes Marget, Dennis Siebold, Johannes Peters, Steffen Düvel, Rüdiger Fleck, u.a.
Tonmischung:
Dominik Avenwedde / BASISBerlin
Filmmusik:
Christoph Rinnert, Steve Seitz, Greg Brown, Alan Tylor
Titeldesign:
Ilona Fritzsche, Mieke Ulfig
Produzent:
Arek Gielnik, Dietmar Ratsch (INDI Film)
Producer:
Sonia Otto (INDI FILM)
Herstellungsleiter:
Benjamin Cölle (INDI FILM)
Redaktion:
Gudrun Hanke El-Ghomri (SWR), Caterine Le Goff (ARTE)
